Unrundschleifen

Präzision für Polygone, Exzenter und komplexe unrunde Konturen

Unrundschleifen ist eine Spezialität innerhalb des Rundschleifens und kommt immer dann zum Einsatz, wenn Bauteile nicht kreisrund, sondern mit definierten unrunden Geometrien gefertigt werden müssen. Dazu zählen insbesondere Polygone, Exzenter, elliptische Konturen und freie Konturen, die mit klassischen Rundschleifprozessen nicht oder nicht mit der geforderten Genauigkeit herstellbar sind.

 

Typische Bearbeitungsaufgaben sind exzentrische Absätze, polygonale Funktionsflächen, definierte unrunde Lauf- oder Antriebsgeometrien sowie komplexe Konturen, die in nachgelagerten Funktionen präzise zusammenwirken müssen. Auch Nocken, nockenähnliche Geometrien oder funktionale Antriebskonturen lassen sich auf diese Weise gezielt und reproduzierbar bearbeiten.

 

Technologisch basiert das Verfahren auf der hochpräzisen Synchronisation von Werkstück- und Schleifbewegung. Dadurch lässt sich die Schleifscheibe so zur Werkstückkontur führen, dass auch unrunde Außenkonturen prozesssicher und mit hoher Formgenauigkeit geschliffen werden können. Je nach Bauteilgeometrie kann das Verfahren dabei nicht nur für unrunde Außenkonturen, sondern auch für innenliegende Funktionsgeometrien bzw. unrunde Innenkonturen interessant sein.

 

Das Verfahren ist besonders dort interessant, wo hohe Anforderungen an Formgenauigkeit, Oberflächenqualität und reproduzierbare Funktionsgeometrien zusammenkommen. Wie beim Rundschleifen entscheidet auch beim Unrundschleifen nicht allein die Maschine über das Ergebnis, sondern das Zusammenspiel aus Schleifstrategie, Programmierung, Abrichtkonzept, Werkstoffverhalten und sicherer Prozessauslegung.

 

Unsere Stärke liegt insbesondere dort, wo unrunde Geometrien nicht nur hergestellt, sondern funktional sicher und reproduzierbar geschliffen werden müssen. Dazu gehört auch die messtechnische Absicherung der erzielten Geometrien: PSFU verfügt über die notwendigen Messmittel, um erreichte Werte präzise zu prüfen und nachvollziehbar zu dokumentieren. Entscheidend ist für uns dabei nicht die Bezeichnung der Kontur, sondern die technische Aufgabe, die dahintersteht.

Technische Eckdaten Unrundschleifen

Alle Angaben verstehen sich als Orientierungs- und Grenzwerte; Klammerwerte kennzeichnen den typischen Bearbeitungsbereich. Die konkrete Realisierbarkeit wird im Einzelfall technisch geprüft.

Typische Konturen:
Vielkant, Ellipsen, Exzenter, Abflachungen, nockenähnliche Geometrien und freie Konturen

Polygonprofile:
z. B. nach DIN 32711 (P3G) und DIN 32712 (P4C)

Typische Bauteile:
z. B. Exzenterwellen, Polygonwellen sowie Nocken und nockenähnliche Funktionselemente, etwa Nockenwellen, Schiffsnocken, Pumpennocken oder Steuernocken

Werkstückdurchmesser:
Ø 1 bis 500 mm

Schleiflänge:
bis 1.500 mm

Werkstückaufnahme:
Spannzange/Futter oder zwischen Spitzen; bei Bedarf Einsatz von Lünetten zur Abstützung

Werkstückgewicht:
bis 200 kg fliegend / bis 300 kg zwischen Spitzen

Formtoleranzen:
bis 0,003 mm (bis 0,020 mm)

Oberflächengüte:
bis Ra 0,2 (Ra 0,4)

Werkstoffe:
u. a. gehärtete Werkzeugstähle, Vergütungsstähle, Edelstähle, Messing, Duplex- und Super-Duplex-Stähle sowie weitere schwer zerspanbare Werkstoffe

Bearbeitungsprinzip:
hochpräzise Synchronisation von Werkstück- und Schleifbewegung

Ergänzende Bearbeitungen:
je nach Bauteilgeometrie auch unrunde Innenkonturen bzw. innenliegende Funktionsgeometrien

Datenübernahme:
Bearbeitung nach STEP-Datei oder Hubwertdaten möglich